Schramberger Job- und Gutscheinkarte

In Schramberg startete Anfang 2018 ein bundesweit vielbeachtetes Modell für die Stärkung der Innenstadt, die Einführung einer „Jobkarte“. Die Idee: Der Arbeitgeber lässt auf die Karte steuerfreien Sachbezug buchen; mit der Karte können die Mitarbeiter dann im örtlichen Handel und Gewerbe bezahlen. Dadurch wird die Kaufkraft gefördert und das lokale Zusammengehörigkeitsgefühl gestärkt.

Schramberger Jobkarte – Innovative Sachbezugsleistung bringt „Power in die Stadt“

Steuerfreie Sachzuwendungen an Mitarbeiter sind in vielen Unternehmen ein beliebtes Mittel der Anerkennung und Motivation. Geldzahlungen des Arbeitgebers unterliegen in der Regel den Steuer- und Sozialabgaben. Dagegen sind Sachbezüge bis zu einer monatlichen Freigrenze von 44 EUR steuer- und sozialabgabenfrei.

Ziel des Projektes „Schramberger Jobkarte“ ist es, die Sachzuwendungen der Arbeitgeber im Raum Schramberg mittels einer wiederaufladbaren elektronischen Gutscheinkarte bei den Mitgliedsunternehmen des Handels- und Gewerbeverein Schramberg e.V. (kurz: HGV) – also Einzelhandel, Dienstleister, Handwerker etc. – einlösbar zu machen, um dadurch die in der Region erwirtschaftete Kaufkraft vor Ort zu binden.

Der HGV setzte das Projekt nach einer Idee der MS-Schramberg GmbH & Co. KG (kurz: MS-Schramberg) um. Seit Januar 2018 ist die Schramberger Jobkarte produktiv im Einsatz. Die Resonanz ist durchweg positiv und das Projekt hat inzwischen Strahlkraft über die Region hinaus.

Ziel: Kaufkraft zur Stärkung der Region

MS-Schramberg fertigt mit etwa 600 Beschäftigen am Standort Schramberg Magnetlösungen für unterschiedlichste Industriezweige.

Seit 2005 erhielten die Mitarbeiter monatlich einen steuerfreien Sachlohnbezug in Form eines Tankgutscheines. 2015 entstand in Betriebsrat und Personalabteilung die Idee, diesen Sachbezug zukünftig vielfältiger einlösbar zu machen. Der einzelne Mitarbeiter sollte die Möglichkeit haben, den monatlichen Gutschein für den Sachbezug zu seinem größten Nutzen einzusetzen – sei es für eine neue Skiausrüstung, den Sonntagsbrunch, das Fitnessstudio oder für die nächste Urlaubsreise.

Dem Unternehmen war es darüber hinaus wichtig, dass die Kaufkraft lokal vor Ort gehalten wird. Es sollte also keine Shopping Card eines überregionalen Kartenanbieters zum deutschlandweiten Einkauf bei Tank-, Filial- und Onlinepartnern eingesetzt werden.

Im Herbst 2015 trat MS-Schramberg an den HGV mit der Idee einer lokalen Gutscheinkarte heran. Bereits in den ersten Gesprächen zeigte sich das Potential, welches in dieser Kartenlösung steckte. Die „Schramberger Jobkarte“ konnte für alle Partner ein großer Erfolg werden. Eine Win-Win-Situation für Industrie (Arbeitgeber), Bevölkerung (Arbeitnehmer) und Einzelhandel, Gastronomie, Dienstleister, Handwerk etc. (Mitglieder des HGV) – kurz für die ganze Region. Der HGV war sich sicher, dass diese Lösung auch bei weiteren Unternehmen Anklang finden würde.

Für die Arbeitgeber sollte die Kartenlösung zudem eine Vereinfachung der Sachbezugsverwaltung bieten. Die elektronische Jobkarte musste monatlich über eine Schnittstelle durch die jeweilige Personalabteilung mit einem beliebigen Betrag bis zu maximal 44 EUR aufladbar sein und mit dem HGV durfte nur ein einziger Abrechnungspartner bestehen, welcher die ganze Verrechnung der Zahlungsströme mit den einzelnen Akzeptanzstellen abwickelt.

Daraus wurde folgendes Anforderungsprofil abgeleitet:

  • Karte durch den Arbeitgeber (wieder)aufladbar
  • Einlösung bei Akzeptanzstellen durch vorhandene EC-Terminal
  • Guthaben auf Karte für Arbeitnehmer „ansparbar“ für größere Anschaffungen
  • HGV als „Clearing-Stelle“ für die Zahlungsströme
  • Abrechnung automatisiert

Bei der Suche nach einem Kartensystem zur Umsetzung dieser Anforderungen stellte sich heraus, dass ein solches regionales System bisher in Deutschland nicht angeboten wird. Entweder scheiterte es an der Aufladbarkeit der Karten durch die Arbeitgeber, der Regionalität oder an der Clearing-Funktion des HGV.

Da sich eine zeitliche Verzögerung der elektronischen Umsetzung abzeichnete, wurde für die Mitarbeiter der MS-Schramberg übergangsweise ein Papiergutschein eingeführt, um die Einlösung des Sachbezuges vor Ort zu ermöglichen.

Die Abrechnung erfolgte manuell durch die Geschäftsstelle des HGV und stellte einen enormen Zeitaufwand dar.

Die elektronische Lösung muss her

Mit der AVS GmbH Data Management & Customer Care (kurz: AVS) wurde im Herbst 2016 ein Partner gefunden, der gemeinsam mit dem HGV die Idee der Schramberger Jobkarte umsetzen konnte.

Als Spezialdienstleister bietet die AVS ein Gutscheinsystem, welches mit einer Magnetstreifenkarte arbeitet. Bei den Einlösestellen können vorhandene technische PoS-Lösungen (EC-Terminals) genutzt werden. Das Hintergrundsystem bietet eine automatisierte Abrechnungs- und Clearingfunktion. Bei der Teilnahme von mehreren Partnern am Gutscheinsystem lassen sich so die Abrechnungsprozesse komplett elektronisch abbilden.

Dieses bereits verfügbare System für City-Gutscheine galt es um den Faktor „Arbeitgeber“ zu erweitern. Für die Arbeitgeber musste eine Schnittstelle zur Wiederbeladung der Karten entwickelt werden.

Dem HGV Schramberg bot dieses System neben der Schramberger Jobkarte gleichzeitig die Möglichkeit als „Nebenprodukt“, die bereits seit Jahren im Umlauf befindlichen Geschenkgutscheine in Papierform durch eine elektronische Karte zu ersetzen.

Im November 2016 wurde diese Lösung den Mitgliedern des HGV vorgestellt und mit der Stadt Schramberg, den lokalen Banken Kreissparkasse Rottweil und Volksbank Schwarzwald-Donau-Neckar eG sowie der Schwarzwälder Bote Mediengesellschaft mbH konnten Sponsoren zur Finanzierung des Gutscheinsystemes gewonnen werden. Die Sponsoren treten auf der Rückseite der Jobkarte sowie des Citygutscheins in Erscheinung.   

Beide lokalen Banken unterstützten den HGV zudem bei Fragen des elektronischen Zahlungsverkehrs gemeinschaftlich mit ihren IT-Abteilungen. 

Im Frühjahr 2017 hatten bereits über 50 Annahmestellen die Teilnahme am Jobkarten- und Gutscheinsystem zugesagt und die AVS begann mit der Anbindung der bestehenden EC-Terminals an das neue System.

Zum 01.10.2017 startete zunächst der Schramberger Geschenkgutschein in den Produktivbetrieb. Für die Jobkarte bedeutete dies, dass bis zum Start die korrekte Abwicklung der Annahmestellen sichergestellt war, da der technische Ablauf zur Einlösung gleich ist.

Der Start der Schramberg Jobkarte beim Arbeitgeber MS-Schramberg wurde auf den 01.01.2018 terminiert. In den verbleibenden Monaten wurde die Excel-Aufladeschnittstelle eingerichtet und die Personalabteilung geschult.

Mit dem neuen Jahr erhielten 525 Arbeitnehmer eine erste Aufladung des steuerfreien Sachbezuges auf die Schramberger Jobkarte.

Aktueller Projektstand: Expansion

Nach der erfolgreichen Ersteinführung der Schramberger Jobkarte erfolgt sukzessive die Anbindung weiterer Unternehmen an das System. Es nehmen auch Arbeitgeber aus dem direkten Umland z.B. aus den Gemeinden Aichhalden oder Hardt teil. Für diese Umlandgemeinden stellt Schramberg ein wichtiges Mittelzentrum dar. Weitere Arbeitgeber werden laufend integriert.

Stand April 2019 erhalten monatlich mehr als 1.000 Arbeitnehmer einen steuerfreien Sachbezug als Aufladung auf die Karte. Dies generiert eine jährlichen Umsatz von ca. 500.000 EUR für Einzelhandel, Handwerk, Gastronomie oder Dienstleistung vor Ort in Schramberg.

„earn-local / buy-local“

Die „Schramberger Jobkarte“ ist in Deutschland die erste regionale Lösung für steuerfreien Sachbezug, welche direkt durch die Arbeitgeber mittels Schnittstelle aufgeladen und automatisiert über eine Clearingstelle abgerechnet wird.

Im Gegensatz zu überregionalen Anbietern wie z.B. Edenred, deren Sachbezugslösungen deutschlandweit bei Tankstellen, Supermärkten, Onlineshops oder großen Filialisten einlösbar sind,  wird durch das regionale Netzwerk der Schramberger Jobkarte der „buy-local“ Gedanke unterstützt: die Kaufkraft verbleibt dort, wo sie generiert wird – sozusagen ein „earn-local / buy-local“.

Langfristige Wirkung: Erfolgsgeschichte für die Region

Für Einzelhandel, Dienstleister, Gastronomie und weitere Annahmestellen in Schramberg wird nachhaltig die Kaufkraft vor Ort gehalten. Das lokale Zusammengehörigkeitsgefühl und das Verantwortungsbewusstsein für die Region werden bei allen Teilnehmern gesteigert.

Durch die Projektumsetzung entwickelte sich der HGV weg vom alleinigen Vertreter von Einzelhandel, Dienstleister, Handwerker etc. zu einem Partner der Industriebetriebe. Es sorgte beim Verein für „frischen Wind“ und erfüllt den neuen Slogan „Wir machen Schramberg“ mit Leben. Eine nachhaltige Win-Win-Situation. Die teilnehmenden Arbeitgeber berichten zudem, dass die Schramberger Jobkarte die Attraktivität als Arbeitgeber steigert.

Nach dem Vorbild der Schramberger Jobkarte haben bereits weitere Städte ein Kartensystem eingeführt oder befinden sich in der Umsetzungsphase.

Schramberger Gutscheinkarte

Geburtstag, Weihnachten, die Verabschiedung eines Kollegen – es gibt zahlreiche Anlässe, zu denen wir uns gegenseitig etwas schenken. Wenn es gut läuft, dann fällt uns auch spontan ein Geschenk für die betreffende Person ein. Oft ist aber genau das Gegenteil der Fall. Wir sind uns nicht sicher, welches Geschenk das Richtige ist. Die optimale Lösung: ein HGV-Geschenkgutschein. Dieser erfreut sich seit Jahren großer Beliebtheit: über 8.000 Stück werden jährlich bei den Geschäften des Handels- und Gewerbevereins eingelöst.

Die aufwändig zu handhabenden klassischen Papiergutscheine wurden im Rahmen des Projektes Jobkarte von der elektronischen "Schramberger Gutschein-"karte abgelöst. Diese ist bei den örtlichen Banken, Porzellanhaus Schinle, bft und AVIA Tankstelle sowie dem Möbelhaus Neininger erhältlich. Der Betrag ist beliebig wählbar und wird auf die Karte aufgeladen. Besonders schön sind die neuen Gutscheinkarten in der passenden Geschenkbox. Die alten Papiergutscheine bleiben natürlich weiterhin einlösbar.

Ob Shoppen, Schlemmen, Wellness oder Reisen mit dem „Schramberger Gutschein“ und der „Schramberger Jobkarte“ steht die ganze Vielfalt unserer lebenswerten Stadt zur Auswahl. Jeder Euro der vor Ort bleibt, sorgt für den Erhalt von Arbeitsplätzen und erhöht durch die hier entstehende Wertschöpfung die Lebensqualität der Region.

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